23. Oktober 2018

Kauf von zwei Seemülleimern- Seabin Projekt

Vorlage des Samtgemeinderates Nr. 119/ 2018

Wat is`n  „Sea Bin“?

"Da stelle ma uns ma janz dumm. En Sea Bin is en janz jroßes schwatzes Loch, dat en Lutscherstängl von de Scholpänz us em Wasser fischt, un de Pänz jet druss liere." 

Nun im Ernst:

Da beantragen doch tatsächlich die Größen des Esenser Samtgemeinderates, Fokko Saathoff, Ulli Maus, Gerhard Frerichs und Martin Jakobs, die Installation von Seemülleimern in den Häfen von Bensersiel und Neuharlingersiel. Die Begründung liest sich wie ein Witz aus einer Satiresendung wie „Extra 3“ oder der „Wochenshow“:

Originaltext aus dem Antrag!!

„Die Seemülleimer sind ein Beitrag mit den Schulkindern und vielleicht sogar Kleinsten spielerisch verantwortungsvollen Umgang mit kleinteiligem Plastikmüll zu üben und die Jungen machen so die Erwachsenen, Einheimische und Gäste, auf das Problem aufmerksam.“ (Nicht zu glauben, dass an diesen grammatikalischen Erguss mit Fokko Saathoff ein ehemaliger Schulleiter beteiligt war!)

Anscheinend wurde auch darüber nachgedacht, die täglich erforderlichen Leerungen ebenfalls den Kindern (Schulen und Kitas), mit Unterstützung durch den Bauhof oder durch das Personal des Wattenmeerhauses zu übertragen.

Wieder Originaltext!!

„Neben der Säuberungsfunktion steht v. a. (vor allem?) das pädagogische Moment im Mittelpunkt.“

Dieser Antrag ging doch tatsächlich in eine Vorlage über, die zwischen dem Antragsdatum 27.06.2018 und dem vorgesehenen Ratsbeschluss am 26.09.2018, für fünf Ausschüsse und den Samtgemeinderat (immerhin für drei Monate), eine Arbeitsgrundlage darstellen sollte. Was geschah aber nun mit dem Antrag? Die Diskussion im Ausschuss für Bau-, Landwirtschafts-, Umwelt- und Naturschutzangelegenheiten zeigte auf, wie undurchdacht und laienhaft dieser Antrag zustande gekommen sein muss. Anscheinend war dieser ein Mitbringsel eines Wichtigtuers aus dem Sommerurlaub, ohne Sinn und Verstand.

Von Bürgermeister Peters (N`siel) wurde die Zuständigkeit der Samtgemeinde angezweifelt. Dann sprach er davon, dass es in den Häfen gar keinen Müll gibt. Der notwendige, zu hohe Arbeitsaufwand und die hohen Anschaffungs- / Unterhaltungskosten usw. wurden angeführt. Ratsherr Mammen, immerhin Parteikollege der Antragstellerin Ulli Maus, wollte weitere Untersuchungen. Er unterstreicht, wie Dave Münster und SG- Bürgermeister Hinrichs, einen gewissen pädagogischen Effekt und erklärt zum Hauptziel die Umweltbildung. Noch schlimmer wird die Argumentation, als Bürgermeister Peters auf die Gefahr hinweist, dass Kinder, entgegen der pädagogischen Ziele, etwas in diese „Bins“ hinein werfen könnten. Und letztlich ganz unsinnig wird das Vorhaben damit, dass für jeden Hafen nur ein Seemülleimer angeschafft werden soll, der für die Größe der Häfen völlig unterdimensioniert ist.

Aber wo ist der Antrag geblieben? Im vorgesehenen Ausschuss für Soziales, Jugend und Senioren ist er nicht angekommen. Die vorgesehene Sitzung des Schulausschusses fand erst gar nicht statt. Der Samtgemeindeausschuss tagt nicht öffentlich, also ist nichts bekannt über eine Bearbeitung dort und auf dem Weg in die Ratssitzung ist er letztlich verschwunden. Was ist also Sache?

Unsere Gruppe BfB- Esens hat sich ebenfalls dieses Themas angenommen und so gearbeitet, wie wenn wir im Rat vertreten wären. Das Ergebnis:

Aufgrund der uns bekannten Internetpräsenz der Erfinder/ Konstrukteure des Projektes „Sea Bin“, haben wir den Kontakt aufgenommen und nach der Eignung für den Bensersieler Hafen gefragt. Es reichte aus, Fotos des Hafens zur Prüfung zu übermitteln. In kürzester Zeit bekamen wir die Aussage, dass der Bensersieler Hafen für die Stationierung der Seemülleimer nicht geeignet ist. Auch wurde uns mitgeteilt, dass die vorliegenden technischen Daten nur theoretische Werte beinhalten. Die Effektivität der Seemülleimer nimmt durch Tide, Windeinflüsse und Strömungen rapide ab. Das gilt besonders für unseren Seglerhafen, der außerhalb des eigentlichen Hafens liegt.

All das hätten die Antragsteller selbst herausfinden können. Voraussetzung ist allerdings die Englische Sprache und der Wille, sich vor Antragstellung kundig zu machen.